Beschreibungen der Balladentypen
Die Volltexteinträge zu jedem Balladentyp sind als PDF-Dateien im Webverzeichnis katalog-de verfügbar.
Sie sind nach der Anordnung der Balladen in Rolf Brednichs vorgeschlagener Liste des Freiburger Systems geordnet (vgl. die Übersicht darüber). Theoretisch ist es möglich, die URL einer Ballade über die dort enthaltenen Kategorien zu ermitteln. Wesentlich einfacher ist jedoch der Zugriff über die Hauptsuchseite und die thematische Klassifizierung. In den sich manchmal überschneidenden Kategorien innerhalb der Freiburger Systematik kann allerdings die Einordnung der Balladentypen etwas willkürlich ausfallen. (Weitere Informationen zu dieser Anordnung und zu der hier verwendeten Klassifizierung finden Sie in der Einleitung.
Ein „Balladentyp“ (oder kurz: „Ballade“) bezeichnet in diesem Index und Katalog Texte (deren Melodien sich darin widerspiegeln), die „nicht nur dieselbe Geschichte erzählen, sondern sie auch im selben Strophenmuster und mit im Wesentlichen derselben Ausdrucksweise wiedergeben“ (Laws, ABBB, S. 102). Ein „Balladentyp“ ist somit eine Zusammenstellung aller Varianten dieses Typs, die ihre Geschichte mit sehr ähnlicher, scheinbar verwandter Sprache erzählen. Es handelt sich um eine Collage, die sich eher durch ihre Stabilität und Gemeinsamkeit als durch ihre Vielfalt auszeichnet. Eine neue Variante eines „Balladentyps“ ruft beim Hörer etwa folgende Reaktion hervor: „Ah, das ist dasselbe Lied wie …“.
Der Konstrukt „Balladentyp“ betont die textuelle Kohärenz stärker als die narrative. Daher unterscheidet sich ein „Balladentyp“ hier grundlegend von einem „Erzähltyp“ nach Aarne-Thompson, der Märchen und Legenden, Mythen und Epen international analysiert und Geschichten aufgrund vager oder isolierter Ähnlichkeiten zusammenfasst, seien sie nun aus Norwegen, Afrika oder Timor.
· Jeder Eintrag in der Balladentypbeschreibung enthält:
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Die Kopfzeile
oben rechts gibt die Identifikationsnummer in diesem Katalog an. Diese Nummer
ist entweder eine römische Zahl (z. B. Fr: I oder Fr: IV) oder eine
entsprechende arabische (z. B. 01 oder 04), gefolgt von einer
Dezimalunterteilung (z. B. III.4 oder 03.4 oder 04.4) und anschließend einer
laufenden Nummer innerhalb dieser Kategorie, entweder in Klammern (z. B. III.4
(1)) oder, falls arabisch, einem Bindestrich und der laufenden Nummer (z. B. 03.4-01).
Der Dateiname dieses Beispiels lautet 03.4-04.pdf. Die römischen Ziffern werden
durchgehend durch arabische ersetzt. Eine Nummer oben rechts ohne römische
Ziffern gibt die URL des Eintrags an. Siehe „Nummerierung”und die Einführung zum Katalog.
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Nr.
Die Nummer des Balladentyps in meiner Dissertation. Dieses Relikt ist nicht
mehr relevant.
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[Titel]
Der in diesem
Katalog verwendete standardisierte Titel spiegelt die üblichen Titel von Sängern,
Wissenschaftlern und Verlegern wider; sprechende Titel wurden vorgezogen, oder
Titel, die eine Beziehung zu einem anderen Lied klären.
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[Satztitel]
Ein einzelner Satz, der den Handlungsinhalt des Balladentyps knapp zusammenfasst
und dem Benutzer einen schnellen Überblick über den allgemeinen Inhalt gibt und
darauf hinweist, ob es sich wahrscheinlich um die gesuchte Ballade handelt.
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DVA Signatur:
Der Hauptlokalisator
im Deutschen Volksliedarchiv für die Liedmappen in denen die wichtigsten
Informationen zu einem Liedtyp zu finden sind. Die Mappe wird viele
Querverweise zu den verschiedenen Sammlungen und Indizes des DVA (vgl. auch die Einführung zum Katalog).
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Titel
Ausgewählten
Titel, unter denen die Ballade in Sammlungen und Veröffentlichungen erscheint.
Variationen werden mit Klammern und Virgulen gekennzeichnet.
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Anfänge
Diese Sparte gibt
variierende Incipits an, die in Liedberichten aufgezeichnet wurden. Weil die
verschiedenen Zettelkataloge der DVA nach Incipit katalogisiert sind, bieten
die vielen Incipits einen effektiven Weg an, aus allen möglichen Quellen tu
schöpfen. Die hier angedeuteten Incipitmöglichkeiten könnten es erlauben, einen
"fiktiven" Liedanfang zu konstruieren, der nicht als traditionell
belegt worden ist, aber dann findet das Incipit sowieso keinen relevanten
Liedbeleg. This array of
possible incipits is much more likely to help the individual researcher find
the material than an artificial selection of "genuine" incipits.
Europeans in general tend to think of songs by their first lines, incipits,
while North Americans tend to think of titles. Both incipits and titles will also
aid anyone, however, in locating reports or articles on a particular ballad in
the DVA or elsewhere.
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Inhalt
Die Zusammenfassung
der Handlung ist in einer Sprache verfasst, die an die der Ballade erinnert,
sodass man das Lied, wenn man es kennt, „im Hintergrund hört.“ Handlung ist in
„Absätzen“ zusammengefasst, d. h. in Erzählabschnitten, die durch einen Wechsel
in der Handlung, im Sprecher oder einer „neuen Szene“ in der Handlung, z. B.
von „Missbrauch“ über „Gefangennahme“ zu „Strafe“; oder vielleicht vom
„Dorfbrunnen“ zum „Schlafzimmer“. Variationen und Alternativen werden durch
Klammern und Virgule gekennzeichnet. Zusammenhängende Gruppen ähnlicher
Variationen werden als „Versionen“ bezeichnet.
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Belegübersicht
ist ein
knapper Überblick über die dokumentierte Liedtradition. Sie enthält das Datum
des ersten dokumentierten Belegs der Ballade. Die Datierung des ersten
Belegs wird konservativ gehalten: datierbare Texte, Sammlungen,
Veröffentlichungsjahre und dergl. Anschließend wird die Anzahl der Belege angegeben, die wir ermitteln
konnten, und die Anzahl derjenigen mit Melodie (mit einem * gekennzeichnet). Wenn
es Versionen gab, wird ihre relative Stärke in groben Prozent angegeben, um
eine Vorstellung von der Stärke verschiedener Strömungen in der Tradition
dieses Liedes zu vermitteln.
Es folgt eine Liste der Liedlandschaften (Kulturregionen) mit Belegen, die im
DVA dokumentiert wurden (vgl. Farwick-Holzapfel Volksliedlandschaften). Einige
Liedlandschaften tragen Namen, die nicht mehr gebräuchlich sind, die aber aus
historischen Gründen beibehalten worden sind.
Es wird auf die Präsenz in Flugschriften und Flugblättern hingewiesen, ebenso
auf die Präsenz in populären Liederbüchern (die mehr über den Einfluss auf die
Tradition dokumentieren als eine Berichterstattung aus der Live-Überlieferung).
Ich habe mich bemüht, eine Veröffentlichung (in welcher Form auch immer) nur
einmal zu zählen, bzw. nicht alle, wenn die Veröffentlichung einen
Originalbeleg aus dem DVA wiederholt. So wird eine Volksballade, die im
Kommersbuch in der Erstausgabe (1858) abgedruckt und bis heute (167. Auflage)
in jeder Ausgabe enthalten ist, in der Zählung der Berichte nur einmal gezählt.
Dieselben Texte und Melodien, auf eine Schallplatte gesungen, wären eine zweite
„berichtspflichtige“ Zählung. Sollte dasselbe Lied in vielen – Dutzenden –
weiteren Zitaten auftauchen, habe ich keine künstliche Zählung angestrebt. Ich
habe dies jedoch in den Kommentaren und im Literaturverzeichnis berücksichtigt.
Lebte ein Lied nur in den Massenmedien (in welcher Form auch immer), habe ich
es nicht aufgenommen. Abschließend werden einige internationale Parallelen
sowie einige grobe Parallelen aus Prosatraditionen angeführt.
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Kommentar
Kommentare
ergeben sich
aus dem Material und weisen oft auf Dinge hin, die uns bei der Bearbeitung des
Liederordners aufgefallen sind: die relative Modernität der Berichte über „alte
heidnische“ Lieder, enge Verbindungen zwischen bestimmten Varianten und
bestimmten Liedlandschaften oder manchmal auch soziale Implikationen der
Liedtexte. Es gibt kaum kontextuelle Kommentare, da kaum Berichte über
einen Gesangskontext vorliegen.
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Veröffentlichungen
Die Veröffentlichungen
sind grundsätzlich selbsterklärend, sowohl als Bibliograhie wie auch
Diskographie. Abkürzungen werden in der Bibliografie aufgelöst, andere Zitate werden
vollständig wiedergegeben. Sternchen kennzeichnen die Melodie, zwei Sternchen
kennzeichnen akustische Dokumentation (hier meist Schallplatten, entweder
wissenschaftlich oder kommerziell). Eine geographische, soziale oder
historische Dokumentation wird angestrebt.
Die Auswahl aus den Gebrauchsliedern ist genau das: eine Auswahl. Sobald ein
Lied in die kommerziellen Liederbücher aufgenommen wird, ändert sich an Text
und Melodie nur wenig, und nur weil ein Lied veröffentlicht wird, heißt das
nicht, dass es „wirklich“ oder auch nur „kommerziell“ „populär“ war. Eine große
Anzahl von Veröffentlichungen in Liederbüchern, die dieses Lied enthalten,
deutet jedoch darauf hin. Wir haben diese in unserer „Belegübersicht“ nicht
berücksichtigt. Hier in den bibliografischen „Veröffentlichungen“ geben wir
jedoch eine Auswahl, die uns Hinweise auf die Sänger eines Liedes gibt, wenn es
häufig in „sozialistischen“ Liederbüchern, für „Frauen“, für „Soldaten“ oder im
„Pfadfinderliederbuch“ vorkommt. Auch hier wird der Forscher anhand der
Incipits auf das DVA für weitere Untersuchungen verwiesen, die durch diesen
Katalog hoffentlich erleichtert werden.
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Themen
Die Themen (TU = „Thematische
Einheiten“)
und die Rollen (DP = dramatis
personae), die bei der Klassifizierung
der Balladen verwendet wurden, und der Auffindung von Liedmaterial dienen
sollen, sind hier aufgeführt. Wenn es verschiedene „Versionen“ der Handlung
gibt, werden für jede die Themen und Rollen aufgelistet. Mit diesem Design
lässt sich erkennen, wie sich verschiedene Versionen eines bestimmten
Balladentyps ähneln und wo sie sich unterscheiden. Auch wenn der Text
weitgehend ähnlich sein mag, können sich die Handlungsversionen erheblich
unterscheiden. Nehmen wir zum Beispiel den Ulinger-Zyklus: In einer Version
kann der Bruder sie vor dem Mörder und Verführer retten, in anderen mit
ähnlichem Text kommt er zu spät, um sie zu retten. Der Vergleich von Versionen
und Variationen spielte bei der Entwicklung der Themen eine wichtige Rolle.
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Beispiel
Das Beispiel
wurde nach einer lockeren Hierarchie ausgewählt: 1) Varianten, die den
Hauptstrom der Texttradition der Ballade repräsentieren, 2) Varianten mit einer
Melodie, 3) Varianten mit zugehörigen Kontextdaten und 4) Varianten, die bisher
nicht veröffentlicht wurden, wurden bevorzugt. Gelegentlich, wenn überall eine
gewisse „Version A“ zu finden ist, gebe ich als Beispiel eine „Version B“ oder
eine mit Melodie an, um allgemein mehr von der Tradition zugänglich zu machen. Ältere
Quellen werden möglichst diplomatisch gehalten (äußerst minimale editorische
Eingriffe, möglichst transparent); neuerdings konnte ich Ablichtngen von
Flugschriften und Originaldokumenten anbieten.
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